Inspiration - Buddha

Es kommt vor, dass wir ein Buch gelesen haben und es lässt uns nicht mehr los. Wir legen das Buch zur Seite, wir vergessen vielleicht den Inhalt, und trotzdem lebt es in uns weiter. Etwas ist passiert, dieses Buch hat Spuren in uns hinterlassen.

Von einem Buddha Museum hatte ich schon vor vielen Jahre gehört. Dieses Museum zeigt die schönsten und kostbarsten Buddha Statuen, in allen Größen, aus allen Zeit Epochen, aus einem Großteil der Welt.

Jetzt war der Moment gekommen, die Gelegenheit war da, das Museum zu betreten. Und ich war überwältigt. Die lebensgroßen Statuen empfingen mich bereits am Eingang. Ich hatte ein neues “Buch” aufgeschlagen. So wurde ich in den Bann gezogen.

Wir kennen diese Skulpturen in allen Varianten, stehend, sitzend. Da sitzt eine männliche Figur im Lotussitz, die Hände in einer typischen Haltung. Die Augen sind geschlossen. Die Sitzhaltung zeigt eine lebendige Stabilität.

Eine Stille geht von ihr aus, man kann sie fast “hören”, die STILLE. Und so wandele ich weiter von einer Statue zur nächsten. Ich beginne zu “lesen”. Ich lese in den Gesichtern, in der Körperhaltung. Ich entdecke viele Details. Sie alle zeigen eine Gemeinsamkeit.

Immer ist es diese Körperhaltung, die eine gewisse Würde ausstrahlt. Immer ist es der Ausdruck des Gesichtes, die Augen, die nach innen gerichtet sind. Die Skulpturen schauen mich nicht an. Ich schaue die Figuren an. Ich schaue sie fragend an. Eine Antwort bekomme ich nicht. Die Stille ist die Antwort.

Inspiration - Buddha

Dann sehe ich genauer hin. Ich suche nach den Künstlern, die sie geschaffen haben. Sie sind nicht bekannt, sie tragen keine Namen. Es gibt Jahreszahlen. Aus welchen Epochen stammen sie?

Die ältesten Buddha- Statuen sind fünf Jahrtausende alt. Die Arbeiten an den Skulpturen zeigen große künstlerische Feinheiten. Plötzlich bin ich berauscht. Wer immer diese Künstler waren, SIE haben den Geist des Buddha erfasst.

Sie wurden inspiriert durch ihr Tun.

Der Begriff Buddha kommt aus dem Sanskrit und bedeutet: Erwachter.

Siddhartha Gautama lebte um 500 vor Christus in Nordindien. Er wuchs in einer wohlhabenden Familie auf. Erst auf seinen Wanderungen sah er unendlich viel Leid. Er erkannte, dass Altern, Krankheit, Schmerz und Tod untrennbar mit dem Leben verbunden sind. Er suchte nach einem Weg, mit dem Leid umzugehen.

Dieses Buddha-Museum ist geographisch so nah, keine Autostunde von Trier entfernt.
Ich habe es endlich entdeckt. Der Blick in das Innere dieser Skulpturen hat mich bewegt und inspiriert.

Ich danke der Familie Preuß, die uns mit diesem großartigen Museum in Traben-Trarbach ein großes Geschenk gemacht hat.

Anikó Thesen – Marosvary